Hartnäckig hält er sich am Glas fest – der Schmutz. Schnell ist der Griff zu ungeeigneten Putzmitteln und Putzhelfern getan, um das Glas in kurzer Zeit zum Strahlen zu bringen. Die Folge sind Kratzer. Die freie Sicht und eine einwandfreie Optik gingen dahin. Lassen sich die Glaskratzer entfernen, ohne Fachleute hinzuzuziehen?
Leichte Kratzer aus Glas entfernen
Ob sich Glaskratzer entfernen lassen und wie komfortabel dies vonstattengeht, hängt von deren Tiefe ab. Fachleute unterscheiden zwischen:
- Engelshaar, dem extrem feinen Oberflächenkratzer, für den der Betrachter eine Lupe braucht, um ihn zu erkennen.
- Haarkratzer, der sich Menschen mit Adleraugen und genauem Hinsehen zwar zeigt, diese ihn aber nicht spüren, wenn sie mit ihrem Finger darüberstreichen.
- Schwache bis starke Kratzer sind sichtbar und zu fühlen.
Bei leichten Kratzern von niedriger Tiefe, besteht Aussicht, dass es gelingt, diese mit Hausmitteln zumindest abzumildern, sodass die Optik wieder stimmt. Mittel, um Glaskratzer zu entfernen, finden sich meist in Küchen, Bädern und Vorratskammern.
Mit Zahnpasta den Durchblick zurückbekommen
Mit Zahnpasta leichte Glaskratzer entfernen? Ob das funktioniert? Hier hilft ein Blick auf die Bestandteile der Zahnpasta. Darin befinden sich Polierpartikel, die dazu taugen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Fläche reinigen.
- Zahnpasta auf ein Mikrofasertuch geben.
- Auftragen.
- Mit kreisenden Bewegungen 30 Sekunden lang Zahnpasta einreiben.
- Glasfläche mit Wasser abspülen.
Ist kein oder allein ein geringer Erfolg zu sehen, , den Vorgang mehrmals zu wiederholen.
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Mit Natron oder Backpulver Kratzer aus Glas entfernen
Natriumhydrogenkarbonat, kurz Natron, verwendeten längst die Menschen im Altertum als Reinigungsmittel. In alten Büchern mit Tipps für die Hausfrau nannten die Autoren es noch doppelsaures Natron. Andere kennen es als Natriumbikarbonat. Die Bezeichnungen Backsoda und Speisesoda verdeutlichen seinen Nutzen in der Küche.
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Natron, ersatzweise Backpulver, taugt zudem, um leichte Kratzer aus Glas zu entfernen. Dazu:
- Glasfläche gründlich reinigen.
- In 1 Teelöffel Wasser 2 Teelöffel Natron komplett auflösen.
- Die angerührte Paste auf den Kratzer auftragen.
- Zum Einreiben kreisende Bewegungen ausführen.
- Nach 30 Sekunden mit dem Schleifen aufhören und die Natronpaste abwischen. Dazu ein neues, zuvor angefeuchtetes sauberes Tuch verwenden.
- Mit strengem Blick prüfen, ob der Kratzer noch zu sehen ist.
- Bei Bedarf das Prozedere mehrmals wiederholen.
Mit Metallpolitur aus Glas Kratzer entfernen
Glaskratzer zu entfernen, gelingt mit Glaspolitur ebenso wie mit Metallpolitur. Beide Mittel enthalten Partikel, die das Glas gleichmäßig abschleifen.
| Achtung: Metallpolituren, die als Schleifmittel Aluminiumoxid oder Siliziumkarbid enthalten, zum Entfernen von Kratzern aus Glas meiden. Sie bergen das Risiko, den Schaden zu vergrößern. |
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Tiefe Kratzer im Glas – entfernen/kaschieren
Um tiefe Kratzer im Glas zu entfernen oder zu kaschieren, braucht es andere Mittel.
Nagellack – wenn polierende Hausmittel nicht ausreichen
Sind die Kratzer tief und Reparaturversuche mit polierenden Hausmitteln blieben erfolglos, könnte Nagellack Abhilfe schaffen. Bei dieser Methode füllen Anwender den Kratzer auf, statt das umliegende Glas abzuschleifen. Das erfordert einen geschickten Umgang mit dem Material. Dabei wie folgt vorgehen:
- Klaren Nagellack zur Hand nehmen.
- Wenig des transparenten Lacks mit Gefühl auf den Kratzer auftragen.
- 60 Minuten einwirken lassen.
- Nach dem Trocknen überschüssiges Material mit wenig Nagellackentferner von der Glasfläche abtragen. Darauf achten, den Lack im Kratzer nicht mit zu entfernen.
Beim Umgang mit Nagellack ist äußerste Vorsicht geboten und präzise zu arbeiten. Das unbeschädigte Glas darf nicht mit ihm in Berührung kommen.
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Kanadabalsam bei einzelnen tiefen Kratzern
Kanadabalsam ist ein aus der kanadischen Balsamtanne gewonnenes Baumharz, das zur Glasreparatur taugt. Der Grund: In ausgehärtetem Zustand hat es ähnliche Brechungseigenschaften wie optisches Glas. Deshalb und weil es nach dem Aushärten transparent ist, fällt es nach der Reparatur beim Hinsehen kaum auf.
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Jedoch gelingt dies nur bei einzeln auftretenden Kratzern, die Anwender mit dem Baumharz füllen. Liegen mehrere mit Kanadabalsam behandelte Kratzer nah beieinander, ist die Unsichtbarkeit nicht mehr gegeben. Eine unansehnliche Oberfläche entsteht.
Kratzern im Glas vorbeugen – unsere Tipps
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Besser als eine Glasfläche auszubessern, ist, Kratzer von vornherein zu vermeiden. Dazu einige Tipps:
- Glasfläche ausschließlich mit sanften Reinigungsmitteln ohne grobe Putzkörper reinigen.
- Beim Fensterputzen keine Abzieher aus Metall und keine harten Bürsten oder Schwämme nutzen. Warmes Wasser und Fensterleder reichen aus. Hartnäckige Flecken einweichen.
- Displays von Smartphones mit Panzerglas vor Beschädigungen schützen.
- Baumwolltücher statt kratzende Mikrofasertücher verwenden.
- Putztücher sollten keine harten Nähte haben, da auch diese Kratzer auf den Glasoberflächen verursachen können.
- Kratzer im Glas vorbeugen – das gelingt, indem jedes Haushaltsmitglied Gläser und Tassen nicht direkt auf den Glastisch stellt, sondern einen nicht kratzenden Untersetzer benutzt.
- Dekorationen auf dem Glastisch auf ein Deckchen stellen und beim Säubern der Tischoberfläche das Teil hochheben, statt es beiseitezuschieben.
- Töpfe auf Ceranfeldern hochheben und nicht über die Kochfelder ziehen. Vor dem Kochen die Ceranfläche von Staub befreien und darauf achten, dass der Topfboden sauber ist.
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Fazit: Schwierige Fälle gehören in die Hände von Fachleuten
Glaskratzer zu entfernen oder den Schaden zu mindern, ist im DIY-Verfahren möglich, jedoch riskant. Bei unsachgemäß angewandten Mitteln besteht die Gefahr, die Glasoberfläche zusätzlich zu schädigen. Verbraucher finden sachkundige Fachleute in den Suchmaschinen des Internets oder im Telefonbuch unter den Namen Glasklinik, Glasreparatur und Glassanierung, Glaserei oder ähnlichen Bezeichnungen.
Beitragsfoto: © Eugen Thome / adobe stock
