in

Kleidermotten erkennen & bekämpfen

Textilmotten
Kleidermotten loswerden mit Chemie oder natürlichen Mitteln | Foto: © Ingo Bartussek / adobe stock

Sie sind winzig, gelblich und haben in Larvenform Wollmantel und Pelzkragen zum Fressen gern. Die Rede ist von Motten, die den Kleiderschrank als Lebensraum wählten. In warm-feuchter Umgebung — wie einem für längere Zeit ungelüfteten Schrank — fühlen sich die Insekten wohl. Wer Kleidermotten loswerden möchte, braucht Geduld und eine gute Mottenabwehr.

Keine Produkte gefunden.

Kleidermotten erkennen

Kleidermotten loswerden und den Lieblingswollrock vor Fraßspuren retten – der Wunsch vieler, die die lästigen Insekten im Schrank entdecken. Jedoch ist das leichter gesagt als getan, denn die Motten sind winzig.

Ausgewachsen messen sie vier bis neun Millimeter. Schwirrt ihr gelber Körper aus dem Schrank, braucht es ein aufmerksames Auge, um sie von anderen Fluginsekten zu unterscheiden.

Im Gegensatz zu Lebensmittelmotten besitzen Kleidermotten keine Zeichnungen auf den Vorder- und Hinterflügeln. Dadurch sehen die Flügelpaare gräulich und beinahe durchsichtig aus.

Fliegende Motten stellen für Wollmäntel und andere Kleidungsstücke keine Gefahr dar. Im Gegensatz zu ihren Larven. Die zwischen sieben und neun Millimeter langen „Baby-Insekten“ laben sich am Keratin, das in Wolle, Tierhaaren und Federn enthalten ist.

Stecken sie die Fresswerkzeuge an ihrem gelblich-braunen Kopf in Kleidungsstücke mit Wollanteil, entstehen unansehnliche Löcher. Ebenfalls verraten hauchfeine Gespinste auf befallener Kleidung, dass sich Kleidermotten daran gütlich tun. Die hellen Fäden verstecken sich bei Wolle und Pelz im Gewebe. Auf glattem Leder sind sie dagegen auf den ersten Blick zu erkennen.

Keine Produkte gefunden.

Kleidermotten und ihre unsichtbaren Eier

Sobald eine Kleidermotte aus dem Schrank fliegt, sollten die Alarmglocken schrillen. Denn eine Motte kommt selten allein. Im Gegenteil – die Weibchen legen zwischen 50 und 250 Eier. Dadurch entwickelt sich in kurzer Zeit eine große Mottenpopulation mit noch größerem Appetit.

Siehe auch  Was ist ein Topper?

Die Eier der Kleidermotten sind mit knapp 0,6 Millimetern zu klein, um sie mit bloßem Auge zu entdecken. Dazu kommt, dass die Insekten für die Eiablage bevorzugt in Textilgewebe krabbeln. Auch hochflorige Teppiche oder Felle kommen als unfreiwillige Mottenaufzuchtstation infrage.

Damit Kleidung und Heimtextilien die Eier der Kleidermotten loswerden, heißt es zunächst: den Befall entdecken. Das gelingt mit einem genauen Blick auf wollhaltige Kleidungsstücke, Kissen und Decken. Befinden sich darin winzige Fraßspuren oder Kotrückstände, sind die Keratin liebenden Motten überführt und ihre Bekämpfung beginnt.

Keine Produkte gefunden.

Kleidermotten bekämpfen – so werden Sie sie los

Bevor Betroffene Kleidermotten loswerden können, wappnen sie sich mit ausreichend Geduld. Denn einmal einen Schrank mit leckeren Wollmänteln entdeckt, verschwinden die Insekten nicht von allein.

Tipp: Um festzustellen, in welchem Raum und an welcher Stelle Kleidermotten verstärkt vorkommen, helfen Klebefallen. Je mehr Tierchen daran haften bleiben, desto näher steht die Falle am zentralen Ort des Befalls.

Kleidermotten loswerden mit Pheromonfallen

Das Umweltbundesamt empfiehlt mit Pheromonen getränkte Klebefallen, um Kleidermotten den Kampf anzusagen. Die an Klebestreifen erinnernde Fallen enthalten einen Sexuallockstoff, der die männlichen Motten in seinen Bann schlägt. Sie fliegen auf die klebrigen Oberflächen zu, bleiben daran haften und verenden.

Die Klebefallen geben somit einerseits Auskunft über die Schwere des Mottenbefalls. Andererseits beseitigen sie einen großen Teil der Motten-Männchen – ein herber Rückschlag für die Mottenpopulation. Meist reichen die Fallen allerdings nicht aus, um die gesamte Mottenplage loszuwerden.

Keine Produkte gefunden.

Biologische Mittel als Mottenschreck

Zusätzlich zu den Pheromon-Klebefallen kommen biologische Mittel als Mottenkiller infrage. Als natürlich beworbenes Anti-Motten-Spray oder Mottenpapier enthält hauptsächlich Pyrethrine, ein natürliches Nervengift gegen Insekten.

Siehe auch  Laminat richtig reinigen – so gehts

Allerdings zerfallen die aus Chrysanthemen extrahierten Wirkstoffe innerhalb kurzer Zeit im Sonnenlicht. Daher ergänzen viele Hersteller ihre Bio-Motten-Mittel mit chemischen Wirkverstärkern. Eine Gesundheitsgefahr für Haustiere und Menschen.

Schlupfwespen als Bio-Waffe

Statt Anti-Mücken-Mittel mit gesundheitsgefährdenden Substanzen zu verwenden, holen sich Betroffene eines Kleidermottenbefalls bei den natürlichen Feinden der Insekten Hilfe. Schlupfwespen beenden den Befall, indem sie ihre Eier in jene der Kleidermotten legen. Dadurch sterben die ungeborenen Motten ab.

Keine Produkte gefunden.

Da Schlupfwespen meist weniger als 0,4 Millimeter groß sind, bleibt ihre Anwesenheit für den Menschen unbemerkt. Ein weiterer Vorteil: Die Wespen stechen nicht und sind dadurch für alle außer die Motten ungefährlich. Bleiben keine Motteneier mehr übrig, endet auch die Reproduktion der Schlupfwespen.

Auch Hitze kann gegen Kleidermotten helfen, sofern sich der Befall in Grenzen hält. Dafür zunächst den befallenen Schrank mit Essigwasser auswischen. Danach die Ritzen erhitzen – am besten mit einem auf die höchste Stufe gestellten Haartrockner.

Keine Produkte gefunden.

Chemische Mittel – eine gute Idee?

Wer Kleidermotten loswerden und dabei Chemie einsetzen möchte, findet viele Produkte mit synthetischen Insektengiften. Meist handelt es sich um Pyrethroide, die das Nervensystem der Motten angreifen. Leider auch das Menschliche, warnt ÖKO-Test. Denkbare Folgen sind:

  • gereizte Augen
  • Kopfschmerzen
  • depressive Verstimmungen

Ein zu hohes Risiko? Dann Finger weg von chemischen Mottenbekämpfungsmitteln.

Kleidermotten vorbeugen – das können Sie tun

Im Schnitt liegen und hängen im Kleiderschrank einer deutschen Frau 118 Kleidungsstücke. Bei Männern sammeln sich durchschnittlich 73 Teile an.

Keine Produkte gefunden.

Ärgerlich, wenn so manches davon angefressen aussieht. Damit Kleidermotten nicht in die Nähe der guten Stücke gelangen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Lavendel-Duftsäckchen im Schrank verteilen.
  • Würfel und Anhänger aus Zedernholz auslegen und aufhängen.
  • Duftdepots mit ätherischen Ölen nutzen.
Siehe auch  Ledersofa reinigen und pflegen

Neben Lavendelöl halten Geraniol und Zirben Kleidermotten auf Abstand. Andere Düfte, darunter der von Eukalyptus und Engelwurz, wirken laut Umweltbundesamt nicht gegen die Materialschädlinge.

Tipp: Um Decken und Teppiche vor Kleidermotten zu schützen, die Heimtextilien regelmäßig absaugen, ausklopfen, reinigen und der Sonne aussetzen.

Fazit

Kleidermotten loswerden ist die Voraussetzung, um Kleidung und Heimtextilien vor Mottenbissen zu schützen. Statt zur Chemiekeule greifen Betroffene eines Befalls besser zu natürlichen Mitteln wie Hitze oder Schlupfwespen.

Beitragsfoto: © Ingo Bartussek / adobe stock

Avatar-Foto

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).