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Küche planen – diese Fehler sollten Sie vermeiden

Beim Planen einer neuen Küche mit Sorgfalt vorgehen. Foto: ©RaptorWoman / stock adobe stock

Eine Küche planen: Richten Sie eine neue Küche ein, gehen Sie mit Sorgfalt vor, denn die Küche ist Arbeitsplatz, Wohnraum und Treffpunkt für die Familie. Das Aussehen, die Ergonomie und die Funktionalität entscheiden darüber, wie viel Spaß die Küchenarbeit bereitet und ob sich die Familienmitglieder darin wohlfühlen und miteinander kommunizieren. Deshalb sollten Sie die typischen Fehler bei der Küchenplanung vermeiden.

Küche planen – diese Fehler sollten Sie vermeiden

Eine verplante Küche ist ein Ärgernis, denn schnell merken Sie und die Familienmitglieder, dass etwas darin nicht stimmt. Die Arbeitswege sind zu lang, der Stauraum reicht nicht aus, die Küche wirkt nicht wohnlich und die Arbeitsflächen sind vollgestellt. Mit einer sorgfältigen Küchenplanung im Voraus oder auch im Nachhinein lassen sich die häufigsten Einrichtungsfehler vermeiden. Scheuen Sie sich nicht, eine professionelle Küchenberatung in einem Küchenstudio oder einem Einrichtungshaus in Anspruch zu nehmen.

Arbeitsabläufe nicht berücksichtigen

Eine unpraktisch eingerichtete Küche, die Arbeitsabläufe nicht berücksichtigt, führt zu Stress und zu langen Laufwegen. Deshalb empfiehlt es sich, das Hauptaugenmerk auf das gedachte Küchendreieck zu legen. Dieses hilft, Arbeitsbereiche zum Kochen, Spülen und zum Kühlen sinnvoll anzuordnen.

Das klassische Küchendreieck besteht aus drei Arbeitsbereichen: dem Kochbereich, dem Spülbereich mit der Spüle, dem Geschirrspüler und der Abfalltrennung, sowie dem Kühlbereich mit Kühl- und Gefrierschrank oder der Vorratskammer. Ergänzend zum herkömmlichen Küchendreieck kommen in der modernen Küche die Kücheninseln, Spezialgeräte, eine weitere Vorbereitungszone und Gerätewände mit Backofen, Dampfgarer, Kaffeevollautomat und Mikrowelle hinzu.

Im typischen Küchendreieck sollten die Ecken nicht weiter als 120 bis 270 Zentimeter auseinanderliegen und dessen Umfang acht Meter nicht überschreiten. Achten Sie darauf, dass die Laufwege frei sind und nicht durch Türen oder Schubladen unterbrochen werden.

Umsetzbar ist das Küchendreieck in Pantry- oder Schlauchküchen, in L- und U-Küchen sowie in Küchen mit Inseln. Nicht möglich ist es in einfachen Küchenzeilen, die ein lineares System bilden. Planen Sie deshalb zwischen Kühlschrank, Spüle und dem Herd ausreichend Arbeitsflächen ein.

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Für flüssige Arbeitsabläufe ordnen Sie Ihre Utensilien dort an, wo sie gebraucht werden. Messerblöcke und Schneidebretter finden über, unter oder neben der Arbeitsplatte ihren Platz. Die Gewürze nahe dem Herd aufzubewahren, spart Wege. Tee und Kaffee verstauen Sie im unmittelbaren Bereich von Wasserkocher und dem Kaffeevollautomaten.

Zu wenig Stauraum einplanen

Ein bedeutender Fehler bei der Küchenplanung ist es, zu wenig nutzbaren Stauraum einzuplanen. Stehen Geräte und andere Gegenstände dauerhaft auf der Arbeitsplatte, wirkt die Küche schnell unordentlich. Zudem wird die freie Arbeitsfläche geringer. Eine Lösung können multifunktionale Möbel mit Stauraum sein. Ist die Küche klein, lohnt es sich, bis unter die Decke zu bauen. Der obere Stauraum eignet sich für Geräte und Utensilien, die Sie selten oder nur saisonal benötigen.

Entscheiden Sie sich für ausziehbare Schränke und Einsätze, kommen Sie mühelos an den Inhalt der Schränke heran. Übersichtlichkeit schaffen Sie zudem mit Boxen, Schubladen-Einsätzen und Behältern sowie mit Magnethaltern für Innentüren.

Fehler bei der Wahl von Materialien und Oberflächen machen

Durch Fehler bei der Wahl von Materialien und Oberflächen ist die Langlebigkeit der Küche stark gefährdet. Zudem erhöht sich der Wartungsaufwand wegen vorzeitiger Abnutzung. Ein Beispiel dafür sind moderne Hochglanzfronten.

Die Oberflächen sehen zunächst edel aus. Dies wandelt sich jedoch mit der Zeit, denn auf Hochglanzfronten sehen Sie jeden Fingerabdruck und jeden Kratzer. Deshalb sollten Sie bei der Materialauswahl eine Balance zwischen Haltbarkeit, Pflegeleichtigkeit und Schönheit finden. Setzen Sie statt auf empfindliche Materialien auf robuste und pflegeleichte Produkte, die Ihrem Wohnstil entsprechen.

Beleuchtung nur als Nebensache behandeln

Oft schenken Menschen, die eine Küche planen, der Beleuchtung nicht genügend Aufmerksamkeit. Denn gerade das Licht ist es, das Atmosphäre schafft. Zudem ist ein schlecht beleuchteter Küchenarbeitsplatz die Ursache für Unfälle. Deshalb brauchen Sie eine gut durchdachte Beleuchtungsplanung.

In der Küche benötigen Sie verschiedene Lichtquellen. Sicherheit beim Kochen und bei der Vorbereitung schaffen Sie mit einer hellen Arbeitsbeleuchtung. Dazu eignen sich Unterbauleuchten oder punktuelle Lichtquellen, welche die Arbeitsflächen und das Kochfeld ausleuchten. Wichtig ist, dass das Licht weder Schatten wirft noch blendet.

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Mit einer Akzentbeleuchtung setzen Sie dekorative Elemente oder solche, die Sie hervorheben möchten, in Szene. Dazu eignen sich Schrankinnenbeleuchtungen, Einbaustrahler und Hängelampen.

Stimmung erzeugen Sie mit einer Ambientebeleuchtung. Die gewünschte einladende Atmosphäre schaffen Sie mit dimmbaren Deckenleuchten oder LED-Streifen sowie mit indirekter Beleuchtung.

Steckdosen und Elektroanschlüsse falsch planen

Eine professionelle Küchenberatung hilft Ihnen bei der Planung von Elektroanschlüssen und Steckdosen. Wo sich diese befinden – und in welcher Anzahl –, hängt davon ab, wo die großen Elektrogeräte stehen und wie viele Kleingeräte Sie regelmäßig an welchem Ort nutzen. Die Küchenberater erstellen einen Installationsplan, damit die Küchenmontage reibungslos funktionieren kann.

Ein häufiger Fehler ist, den Bedarf an Steckdosen zu unterschätzen. Diese Fehlplanung durch Mehrfachstecker auszugleichen, ist eine schlechte Idee, denn mit ihrem Einsatz gehen Sie das Risiko eines Brandes ein. Die Sicherheit ist zudem durch falsch platzierte Steckdosen in der Nähe von Wasserquellen und Kochfeldern gefährdet. Zudem bilden Steckdosen hinter Großgeräten ein Sicherheitsrisiko, denn angeschlossene Geräte lassen sich schwer vom Stromnetz trennen und warten.

Zusätzlich brauchen Großgeräte separate Stromkreise. Schließen Sie mehrere Geräte an demselben Stromkreis an, überlasten Sie diesen. Die Folge sind verminderte Geräteleistungen und die Gefahr von Kabelbränden.

Hinweis: Elektroinstallationen in Feuchträumen wie der Küche dürfen nur von qualifizierten Elektromeistern ausgeführt werden. Relevante DIN-Normen, die dabei eingehalten werden müssen, sind die DIN‑VDE‑0100‑Serieund die DIN 18015.

Geräteauswahl nur nach Preis statt nach Bedarf treffen

Bei der Wahl der Küchengeräte sollte nicht der Preis, sondern der Bedarf entscheidend sein. Es nutzt Ihnen als Familie nichts, wenn Sie ein Billiggerät kaufen, das für einen geringen Bedarf hergestellt wurde. Verwenden Sie es darüber hinaus, sind schnelle Defekte wahrscheinlich. Wenn Sie das Gerät häufig verwenden, achten Sie auf Qualität – auch wenn es zunächst teurer ist. Haben Sie wenig Platz, sind Multifunktionsgeräte die richtige Wahl. Mit einem Blick auf die Energieeffizienz können Sie Strom und damit auch Geld sparen. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, die Küchengeräte ergonomisch anzuordnen.

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Ergonomie und Arbeitshöhen vernachlässigen

Eine ergonomische Anordnung der Küchengeräte bedeutet, dass Sie diese so positionieren, dass sie ohne unnötige Bewegungen leicht erreichbar sind. Zur Ergonomie gehört ebenfalls, die Zugänglichkeit von Schubladen und Schränken sicherzustellen. Bedeutend für die Gesundheit desjenigen, der in der Küche am häufigsten arbeitet, ist die Höhe der Arbeitsfläche. Das Arbeiten muss möglich sein, ohne sich zu bücken oder zu strecken.

Budget ohne Puffer festlegen

Eine Küche einzurichten, ist eine Frage des Budgets. Unterschätzen Sie deshalb die Kosten nicht und rechnen Sie mit unerwarteten Ausgaben. Oft funktioniert die Küchenplanung nicht, ohne Kompromisse bei der Qualität und dem Design einzugehen. Kalkulieren Sie realistisch und bauen bei Ihren Berechnungen einen Puffer ein, bleiben Sie von unangenehmen Überraschungen verschont.

Es empfiehlt sich jedoch nicht, bei den Elektrogeräten zu sparen. Mit energieeffizienten Küchengeräten mindern Sie langfristig die Stromrechnung und schonen die Umwelt. Rechnen Sie jedoch mit höheren Kosten bei der Anschaffung.

Auf professionelle Beratung und Planung verzichten

Ein grober Fehler bei der Planung einer komfortablen Küche ist es, auf eine professionelle Küchenberatung und auf den Rat und die Umsetzung durch Fachleute zu verzichten. Besonderen Stellenwert nimmt dieses bei der Planung der Steckdosen und Stromkreise ein. Eine falsche Entscheidung kann ein hohes Sicherheitsrisiko bedeuten.

Fachleute kennen sich mit den häufigsten Fehlern bei der Küchenplanung aus und wissen, wie Sie diese vermeiden. Küchenplaner beraten Sie bei den Themen Beleuchtung und Ergonomie in der Küche und wissen, mit welchen Methoden Sie den vorhandenen Stauraum optimal nutzen und neuen schaffen.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).